Werdegang und Leidenschaft

 

Dr. Joachim Sarwas wurde 1958 in Düsseldorf geboren. Nach dem Abitur studierte er Kirchenmusik am Robert-Schumann-Institut, Düsseldorf. Seine Lehrer waren Prof. Paul Heuser (Orgel), Prof. Heinz Odenthal (Chorleitung), Prof. Hans-Elmar Bach (Harmonielehre, Kontrapunkt) u.a. Während der Studienzeit trat er als Orgelsolist in Hochschulkonzerten und Kirchenkonzerten auf. Sarwas schloss das Studium der Kirchenmusik 1983 mit der Staatlichen Prüfung für Kirchenmusiker (A-Examen) ab. In der Folgezeit nahm er das Studium im Hauptfach Orgel bei Prof. Paul Heuser sowie parallel das Studium der Instrumentalpädagogik am Robert-Schumann-Institut auf. 1984 legte er das Examen für den Studiengang Instrumentalpädagogik als Selbständiger Musiklehrer ab. Das Studium im Hauptfach Orgel beendete er mit dem Konzert-Examen 1986.

 

Seinen Dienst als hauptamtlicher Kirchenmusiker nahm Sarwas 1985 in der kath. Kirchengemeinde St. Marien in Bonn-Bad Godesberg auf. Dort gründete er den Kinder- und Jugendchor sowie den Kinder- und Jugendinstrumentalkreis. Er leitet ferner die Choralschola, die den Gregorianischen Choral pflegt, sowie den Kirchenchor. Zu den Hochfesten des Kirchenjahres führt der Chor in Zusammenarbeit mit Mitgliedern des Beethovenorchesters Bonn sowie Solisten große Messen der barocken, klassischen und romantischen Epoche auf.

 

Parallel zu seiner beruflichen Tätigkeit als Kantor nahm er das Studium der Musikwissenschaft 1986 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn auf. Mit einer Dissertation „Helmut Bornefeld. Studien zu seinem Choralwerk. Mit einem Verzeichnis seiner Werke“ promovierte Sarwas 1990 zum Dr. phil. bei Prof. Dr. Günther Massenkeil. Das von Sarwas beim Carus-Verlag Stuttgart herausgegebene neu überarbeitete Werkverzeichnis Bornefeld (BoWV) erschien 2006.

 

Als Gastdozent wirkte Sarwas beim Katholischen Bildungswerk in Bonn, in der Region und beim Bornefeld-Festival in Heidenheim an der Brenz. Seine Orgelstudien ergänzte er als Schüler bei Prof. Ewald Kooiman in Haarlem und Amsterdam sowie als Teilnehmer von Kursen bei Prof. Odile Pierre, Prof. Naji Hakim, Prof. Wolfgang Kaunziger und Prof. Petr Eben. Regelmäßig ist Sarwas als Orgelsolist in Konzerten gefragt. Außerdem konzertiert er in dem vom ihm initiierten und beim Publikum beliebten jährlichen „Candlelight“-Orgelkonzert, in dem heitere und besinnliche Orgelmusik zum Kerzenschein zu Gehör kommt.

 

1998 gründete er den für alle Interessierten offenen Projekt-Chor „Chor Extra“, der jährlich ein- bis zweimal zu Chörefesten mit Gospels oder Musical-Bearbeitungen auftritt. Ebenfalls seit 1998 ist Sarwas „Seelsorgebereichsmusiker“ im Seelsorgebereich Bad Godesberg-West und damit hauptverantwortlich für die Organisation der Kirchenmusik im gesamten Seelsorgebereich. Er engagiert sich im „Arbeitskreis evangelischer und katholischer Kirchenmusiker in Bad Godesberg und Umgebung“ und initiiert mit diesem Arbeitskreis alle zwei bis drei Jahre eine „Nacht der Kirchenmusik“, in der ca. 20 Ensembles „non stop“ in der Marien-Kirche, Bonn-Bad Godesberg musizieren.

 

Sarwas komponierte im Jahr 2000 ein „Requiem“ im klassisch-romantischen Stil für Chor und Orchester, das 2001 im Rahmen eines Gottesdienstes in der Marien-Kirche, Bonn-Bad Godesberg unter Mitwirkung von Mitgliedern des Beethovenorchesters Bonn und des Kirchenchores St. Marien unter seiner Leitung uraufgeführt wurde. Die zweite große Komposition von Sarwas, eine „Missa festiva“ im klassisch-romantischen Stil, wurde 2010 mit den gleichen Ausführenden und unter Leitung des Komponisten in der Marien-Kirche uraufgeführt und vom Domradio Köln live gesendet.

 

2005 gründete Sarwas mit engagierten Interessierten einen Kirchenmusikverein, der seitdem für die konzertanten Musiken an der Marien-Kirche eine finanzielle Basis bildet und das zwei Mal im Jahr erscheinende Halbjahres-Programm finanziert.