„Missa festiva“

 

Die im klassisch-romantischen Stil komponierte „Missa festiva“ für vierstimmigen gemischten Chor und Orchester wurde am Samstag, den 14. November 2010 zum silbernen Dienstjubiläum des Komponisten im Rahmen des Festgottesdienstes um 18.30 Uhr in der katholischen Pfarrkirche St. Marien, Bonn-Bad Godesberg, Burgstraße, unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt. Die Ausführenden waren Mitglieder des Beethovenorchesters Bonn und der Kirchenchor St. Marien und Augustinus. Die Uraufführung wurde live vom Domradio Köln aufgenommen und gesendet.

 

Von jedem gut geschulten Chor kann diese Festmesse wie auch das „Requiem“ aufgeführt werden.

 

Hören Sie einfach einmal hinein

 

Vertont wurden die traditionellen Teile des Ordinariums in lateinischer Sprache: „Kyrie“, „Gloria“, „Credo“, „Sanctus“, „Benedictus“, „Agnus Dei“.

 

Mit der schlanken orchestralen Solemnis-Besetzung von Streichern, zwei Trompeten, Pauken und zwei Querflöten und einer Aufführungsdauer von ca. 40 Minuten passt die „Missa festiva“ ideal in die Liturgie zu Hochfesten des Kirchenjahres, jedoch auch in ein geistliches Konzert.

 

Wie bei seinem „Requiem“ verzichtet der Komponist auch hier auf Gesangssolisten. Stattdessen übernehmen sowohl die Chorstimmen als auch Orchesterinstrumente solistische Passagen. So leitet ein Cello-Solo das ruhige „Sanctus“ ein und die Hauptmelodie wird danach zunächst im Solo der Frauenstimmen aufgenommen. Die Querflöte agiert als Solo-„Hirten“-Instrument im „Et incarnatus“ des „Credo“ im Wechsel mit Chorpassagen. Die dreimaligen „Agnus Dei“-Anrufungen werden ebenfalls von der Solo-Querflöte umrahmt. Ein Alt-Solo leitet das Hauptmotiv des „Kyrie“-Allegro ein und der Chorsopran eröffnet das „Friedensgebet“ „Et in terra pax hominibus“ im „Gloria“. Alle Chorstimmen korrespondieren z.T. solistisch im „Benedictus“ miteinander.

 

Tonmalerisch werden besonders zwei Textpassagen im Glaubensbekenntnis, dem „Credo“, ausgedeutet. Zur Geburt Jesu im „Et incarnatus“ wird der Pastoral-(„Hirten“-)Charakter nicht nur im typischen 6/8tel-Takt sowie der Tonart C-Dur sondern auch durch die solistische Verwendung des „Hirteninstrumentes“, der Flöte, unterstrichen. Die Kreuzigung Jesu im „Crucifixus“ wird musikalisch durch den abgehackten lombardischen Rhythmus der nacheinander einsetzenden chromatisch abwärts geführten Chorstimmen und den kräftigen „Passus“-Akkordeinwürfen des Chores, begleitet vom lombardischen Motiv in den Instrumenten, ausgedeutet.

 

Zum festlichen Charakter der Messe tragen nicht nur der fast durchgehende „heitere“ Dur-Gestus der Musik von Chor und Orchester bei, sondern auch, dass als Conclusio jeder Satz des Ordinariums (Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus, Agnus Dei) mit einer Fuge gekrönt wird.