„Requiem“

 

Das „Requiem“ wurde im Jahr 2000 komponiert und am Samstag, den 17. November 2001 zum Cäcilienfest des Chores im Rahmen des Festgottesdienstes um 18.30 Uhr in der katholischen Kirche St. Marien, Bonn-Bad Godesberg, Burgstraße, unter Leitung des Komponisten uraufgeführt. Die Ausführenden waren Mitglieder des Beethovenorchesters Bonn und der Kirchenchor St. Marien und Augustinus.

 

Von jedem gut geschulten Chor kann das „Requiem“ wie auch die „Missa festiva“ aufgeführt werden.

 

Hören Sie einfach einmal hinein

 

Das „Requiem“ wurde im klassisch-romantischen Stil komponiert und hat die traditionellen lateinischen Texte der Totenmesse als Grundlage mit den Teilen „Introitus“, „Kyrie“, „Sequenz“, „Offertorium“, „Sanctus“, „Benedictus“, „Agnus Dei“, „Communio“. Diese Teile sind z.T. untergliedert in mehrere Sätze. Die Einzelsätze des Werkes sind der Introitus „Requiem aeternam“, das „Kyrie“, das „Sanctus“, das „Benedictus“ und das „Agnus Dei“. Zwei- oder mehrsätzig sind die drei Teile „Sequenz“ (sechs Sätze: Dies irae-Tuba mirum-Rex tremendae-Recordare-Confutatis-Lacrimosa), „Offertorium“ (vier ineinander gehende Sätze: Domine Jesu Christe-Quam olim Abrahae-Hostias-Quam olim Abrahae) und „Communio“ (zwei Sätze: Lux aeterna-Cum canctis tuis).

 

Die besondere Orchesterbesetzung war dem Komponisten wichtig: neben dem Streichorchester, der Orgel, den zwei Querflöten und den Pauken spielen die drei Hörner eine wichtige Rolle.

 

Neben der trinitarischen Symbolik der Zahl „3“ fallen musikalische Ausdeutungen auf. So können die Hörner alleine den „perfekten“ Akkord – den Dreiklang – zu Gehör bringen als auch an mehreren Stellen symbolisch textausdeutend in Erscheinung treten: Signalwirkungen kennzeichnen die markanten Dreiklang-Einsätze im „Lux aeterna“ der „Communio“, Fanfaren unterstützen im „Dies irae“ den Gedanken an das Jüngste Gericht. Der ruhige C-Dur-Dreiklang begleitet die friedliche Stimmung beim „Voca me“ am Schluss des „Rex tremendae“, die Solo-Dur-Dreiklänge interpretieren die Posaunen des Jüngsten Gerichts im „Tuba mirum“.

 

Das „Requiem“ verzichtet auf Gesangssolisten wie die „Missa festiva“, jedoch nicht auf Solo-Passagen. So werden Violine, Cello, Horn und Querflöte als Solo-Instrument in einleitenden Passagen oder im Wechsel mit (Solo-) Chormelodien eingesetzt:

Die fließenden ruhigen Achtel-Melodie-Girlanden des Cello im „Lacrimosa“ korrespondieren mit einer langsamen und ruhigen Solomelodie des Chor-Soprans. Die beiden Querflöten eröffnen in meditativer Manier in Anlehnung an Seufzer-Melodieführung alleine den Introitus „Requiem aeternam“. Querflöte, Horn, Violine und Cello ergänzen mit Solo-Motiven die Chormelodien im „Agnus Dei“. Sogar die Pauke stellt mit ihrem markanten punktierten Rhythmus das erste Motiv des „Kyrie“ vor, das der Chor dann unisono übernimmt.

 

Die durchgehende Vierstimmigkeit des Werkes wird ein einziges Mal unterbrochen in der 3-6stimmigen Anlage des „Tuba mirum“: drei Hörner und drei Streicherstimmen korrespondieren mit je drei Frauen- und drei Männerstimmen in Dreiklangsparallelen teils in Dreistimmigkeit, teils in Sechsstimmigkeit.

 

Wuchtig-markante musikalische Schilderungen des Jüngsten Gerichts wie in den schnellen Sätzen „Dies irae“ und „Confutatis“ stehen neben cantabel-ruhigen Sätzen wie dem „Lacrimosa“, dem Beginn des „Recordare“ oder dem „Requiem aeternam“. Akkordische Setzweise wie im „Tuba mirum“ oder „Rex tremendae“ stehen neben linearen kontrapunktischen Passagen eine „Requiem aeternam“ oder den beiden Fugen „Quam olim Abrahae“ des „Offertoriums“ und „Cum sanctis tuis“ der „Communio“.

 

Dabei ist die Ausführung des Werkes von jedem geschulten Chor möglich. Wie auch bei späteren Werken des Komponisten wird auch hier in dem „Requiem“ die Dur-Moll-Tonalität nicht verlassen und eine melodiebetonte Kompositionsweise bleibt das Zentrum.

 

Mit einer Aufführungsdauer von ca. 40 Minuten passt diese Musik ideal in den liturgischen Festgottesdienst als auch in den Rahmen eines geistlichen Konzertes.